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DruckenVeröffentlicht am 11.10.2005 von Steffen Hogh

Fachartikel

Was ist Finanzkommunikation für den Mittelstand?

Bei dem Begriff Finanzkommunikation taucht genau dieselbe Frage auf wie bei dem Begriff Kommunikation. Was ist das? Es gibt zahlreiche Definitionen und somit ist Kommunikation eine schwammige Umschreibung vieler Sachverhalte und Thema mannigfaltiger Theor

Genau so verhält es sich derzeit mit der Finanzkommunikation, die spätestens seit der Veröffentlichung der Studie „FikomM 2005“ (Finanzkommunikation im Mittelstand) immer mehr ins Bewusstsein des deutschen Mittelstands rückt aber auf Unverständnis stößt.

Der Begriff Finanzkommunikation ist relativ neu für den Bruttonormalmittelständler und sagt zudem recht wenig aus. Wie sollen Finanzen kommunizieren? Oder anders gefragt wozu und wie soll man seine Finanzen kommunizieren? Gerade in Geschäftsfeldern mit vielen Wettbewerbern gibt man sich eher zugeknöpft als offen. Und das ist eben die Krux. Da die Finanzkommunikation nicht genau gefasst, zudem neu und allem Anschein nach auch existenzbedrohend ist, beschäftigen sich viele Unternehmer nicht sonderlich mit ihr. Und das kann ein fataler Fehler sein.

 

Was Finanzkommunikation nun für den Mittelständler bedeutet schauen wir uns am Besten am Beispiel eines mutigen Mittelständlers an, der sich in die neue Welt der Finanzkommunikation wagt.

Im ersten Schritt bedeutet dies für unseren Mutigen nichts anderes, als dass die vorhandenen Finanzdaten für Banken oder Investoren textlich aufbereitet werden. Das Datenmaterial verliert somit seine Erscheinung als reine Zahlenkolonne. Es wird auf einmal lesbar und leichter verständlich.

Durch zusätzliche graphische Aufbereitung wird die Bilanz zudem optisch freundlicher und kann bei einer optimalen Konzeption zusätzlich Informationen vermitteln.

 

Durch diesen einfachen Schritt hat der Mittelständler keinesfalls die Gefährdung seines Betriebes erreicht, denn seine Zahlen bekommen weiterhin nur diejenigen, die sie seither schon bekommen haben. Nur ist mit erläuternden Texten und Graphiken der Zahlensalat auf einmal viel übersichtlicher und klarer. Das Unternehmen hat damit schon an Transparenz gewonnen, obwohl eigentlich nicht viel passiert ist.

 

Kommen wir zum zweiten Schritt: Augenmerk auf die gefährlichen Wettbewerber!

Warum sollte unser mutiger Unternehmer fürchten, seiner Bank oder seinen Investoren Wettbewerbsvorteile, die er ja am besten kennt, mitzuteilen? Es gibt keinen Grund dazu. Seine Investoren und insbesondere die Bank sind der Verschwiegenheit verpflichtet und haben zudem kein Interesse daran, sein Wirtschaftsgut oder seine Leistung selber zu erbringen. Sie wollen nur an sinnvoller Stelle unterstützen und davon profitieren.

Die Führungsposition eines Unternehmens und dessen Alleinstellungsmerkmale können außerdem auch mitgeteilt werden, ohne die Geheimzutaten der Pralinen oder die Blaupausen der neuesten Maschine zu veröffentlichen.

 

Leicht kann man die Qualität eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter, dessen neueste Produkte, neue Geschäftsfelder, und vieles mehr in einem kleinen Booklet aufbereiten. Quasi einem kleinen Geschäftsbericht für den Mittelständler. Solch ein Heft führt in aller Regel zu einem stärkeren Vertrauen, welches Banken einem Unternehmen entgegenbringen. Zeigt doch die erstellte Vorlage, dass man etwas gemacht hat, um dem Gesprächspartner das Vorhandene verständlich zu machen. Vor allem gelingt dies, wenn solch ein Booklet zur Verdeutlichung bei einem persönlichen Gespräch eingesetzt wird. Während der Geschäftsführer sein Unternehmen erläutert, Strategien, Entwicklungen in ausführlicher Form schildert, kann sich sein Gegenüber gleichzeitig einen Überblick über das Gesagte verschaffen. Und zudem kann sich ein Investor oder Kreditgeber alles nochmals in Ruhe nach dem Gespräch anschauen. Texte und Graphiken ermöglichen sogar einen schnellen Überblick. Damit können auch Fragen, die sich noch nach Ende des Gesprächs ergeben, geklärt werden.

 

Jetzt hat unser mutiger Mittelständler zwei Schritte gemacht und es ist nichts passiert, was ihn oder sein Unternehmen gefährdet hat. Im Gegenteil. Banken und Investoren gewinnen einen besseren Überblick und damit Vertrauen. Sie kennen durch eine aktive Finanzkommunikation einen Betrieb viel besser. Im Falle einer Finanzierung und eines damit verbundenen Ratings kann ein solches Unternehmen dann bei den Finanzierungskonditionen besser abschneiden als seine Wettbewerber, die keine offensive Finanzkommunikation betreiben.

 

Damit ist als Resümee die aktive Finanzkommunikation ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Kommentare im Forum

Bisherige Meinungen zu dem Beitrag:
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03.07.2009 15:11:05
Marc Weber

Wirklich interessant mal was zum Thema Finanzkommunikation hier zu lesen. Die Frage ist, wie reagieren die Stakeholder darauf? Gibt es da schon Beispiele für konkrete positive Reaktionen?



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